Sexualisierte Gewalt im Internet – Elternabend: Vortrag durch die Polizei

Zu diesem Thema fand in der letzten Woche ein Themenabend fĂŒr alle interessierten Eltern und Erziehungsberechtigten statt.

Es wurde u.a. ĂŒber Erscheinungsformen der KriminalitĂ€t in Bereichen wie Sexting und Cybergrooming und ĂŒber die Verbreitung von (kinder- und jugend-)pornografischen Inhalten  informiert. Das Gefahrenbewusstsein bei der Nutzung digitaler Technologien hinsichtlich der Missbrauchsmöglichkeiten (z.B. StraftatbestĂ€nde im Klassenchat) wurde erhöht und Empfehlungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen gegeben.   

Bianca Post und Markus Tomanek vom Kommissariat KriminalprĂ€vention und Opferschutz der Polizei Bielefeld haben den spannenden und informativen Vortrag zu diesen Themen angeboten, die zu angeregten Diskussionen der Teilnehmer*innen fĂŒhrten.

Das Projekt fand im Rahmen des Programms PEP – PrĂ€vention, Elternarbeit, Partizipation der GSQ statt.

 

Hier folgt noch die Link- bzw. Infoliste.

(Die folgenden Links und Informationen beziehen sich auf den Stand vom 11.03.2024)

 PrĂ€ventionshinweise fĂŒr Eltern:

  1. SchĂŒtzen Sie Ihr Kind durch Ihr Wissen.
  2. SchĂŒtzen Sie Ihr Kind durch Ihre Offenheit.
  3. SchĂŒtzen Sie Ihr Kind durch Aufmerksamkeit.
  4. SchĂŒtzen Sie Ihr Kind durch Ihr Vertrauen.
  5. SchĂŒtzen Sie Ihr Kind durch Ihr Handeln.

 Verbreitung, Erwerb und Besitz von pornografischen Inhalten
FĂŒr Kinder und Jugendliche gilt:

  1. Niemand darf Kindern und Jugendlichen pornografisches Material zuschicken.
  2. Der Besitz und das Weiterleiten von pornografischen Inhalten ist verboten.
  3. Ausnahme im Rahmen von Sexting, wenn folgende Aspekte gegeben sind:
    beide sind Jugendliche (ab 14 Jahren)
    einvernehmlich
    kein Weiterleiten
    (Es handelt es sich hierbei trotzdem um die Herstellung und Verbreitung von jugendpornografischen Inhalten. In partnerschaftlichen/intimen Beziehungen zwischen Jugendlichen kann dies allerdings auch als nicht strafbar gewertet werden.)

 Achtung!

Auch im Rahmen der BeweisfĂŒhrung ist es verboten, kinderpornografische Inhalte weiterzuleiten, an das eigene Handy senden zu lassen oder Screenshots davon anzufertigen – außer bei Aufforderung durch die Polizei.

 Kinderpornografisch ist ein pornografischer Inhalt lt. § 184 StGB, wenn er zum Gegenstand hat:

  1. sexuelle Handlungen von, an oder vor einer Person unter 14 Jahren (Kind)
  2. die Wiedergabe eines ganz oder teilweise unbekleideten Kindes in aufreizend geschlechtsbetonter Körperhaltung
  3. die sexuell aufreizende Wiedergabe der unbekleideten Genitalien oder des unbekleideten GesĂ€ĂŸes eines Kindes oder Jugendlichen

 Statistik

  1. Rund 45 Prozent der TatverdÀchtigen in NRW bei der Verbreitung pornografischer Schriften sind Kinder und Jugendliche (2022)
  2. Polizeiliche Kriminalstatistik 2022 (u.a. Verbreitung pornografischer Schriften)

Thema Cybergrooming

  1. Cybergooming-Webseite von Klicksafe
  2. Cybergrooming-Studie der Landesanstalt fĂŒr Medien NRW
  3. Meldestelle Cybergrooming (fragzebra.de) der Landesanstalt fĂŒr Medien NRW
  4. Familien-Checkliste zum Schutz vor sexueller BelÀstigung im Netz von Klicksafe
  5. Beispiel fĂŒr Chatverlauf bei Cybergrooming von Handysektor

 Literaturempfehlungen

  1. Das erste Smartphone – Wie kann ich mein Kind vor sexueller Gewalt im Internet schĂŒtzen
  2. AJS NRW: Sexualisierter Gewalt im digitalen Raum begegnen
  3. Bundeszentrale fĂŒr Kinder- und Jugendmedienschutz: GefĂ€hrdungsatlas

MedienpÀdagogische Webseiten

  1. klicksafe.de
  2. schau-hin.info
  3. handysektor.de
  4. mobilsicher.de – Infoportal rund ums Handy
  5. medien-kindersicher.de – Portal zum technischen Jugendmedienschutz, Anleitungen zu Einstellungen an GerĂ€ten, Diensten und Apps

Verbraucherzentrale

  1. verbraucherzentrale.nrw/wissen/digitale-welt
  2. Checked4you.de

Polizei

  1. polizei-beratung.de
  2. polizeifuerdich.de

 Straftaten, die im Bereich „sexualisierte Gewalt im digitalen Raum“ und deren Folgen relevant werden können:

  1. Sexueller Missbrauch an Kindern [§176 StGB]
  2. Sexueller Missbrauch von Kindern ohne Körperkontakt mit dem Kind [§176a StGB]
  3. Vorbereitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern [§176b StGB]
    („Grooming-Paragraf“ – gilt nicht fĂŒr jugendliche Opfer)
  4. Sexueller Missbrauch an Jugendlichen [§182 StGB]
  5. Verbreitung, Erwerb und Besitz pornografischer Inhalte [§184 StGB]
  6. Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornografischer Inhalte [§184b StGB]
  7. Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte [§184c StGB]
  8. Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen [§184k StGB] (Upskirting, Downblousing)
  9. Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen [§201a StGB]